Samstag, 29. Juli 2017
Donnerstag, 15. Juni 2017
Mittwoch, 17. Mai 2017
Freitag, 30. September 2016
Herbst - Hamburg - Abschied
Es ist wieder Herbst. Die Blätter verfärben sich, es wird kühler, die Dinge verändern sich. Sie haben sich letztes Jahr stark verändert und ändern sich dieses Jahr noch mehr.
Der Herbst steht für Abschied. Wir verabschieden uns vom Sommer, vom schönen Wetter, von der Leichtigkeit. Doch wir verabschieden uns dieses Jahr von weit mehr. Aber jedes Ende schafft platz für einen neuen Anfang.
In 10 Tagen geht es los. Unser Abenteuer zu zweit, das immer noch so unreal wirkt.. Das mich aber seit Monaten beschäftigt und wach hält. In 10 Tagen sind wir weg von hier, für unbestimmte Zeit, mindestens 4 Jahre. Weg aus Bayern, weg von den Bergen, weg von den Freunden, weg von der Familie. Nur wir beide, am anderen Ende von Deutschland. Wir starten in eine neue Zukunft, die ungewisser nicht sein könnte. Aber wir haben ja uns, sind uns gegenseitig Fels und Anker.
Mittwoch, 4. Mai 2016
Glück
Bereits vor einem Jahr habe ich mir Gedanken über das Glück
gemacht. Wo es herkommt, was mich persönlich glücklich macht. Das Ergebnis
damals war: das wahre Glück liegt in einem selbst. Man darf es nicht abhängig machen
von den Umständen oder von Personen. Es befindet sich ganz tief verborgen im
eigenen Herzen, man muss es nur hervorkitzeln. Der These stimme ich noch immer zu, doch
möchte ich sie heute gerne ergänzen. In Sizilien hatte ich ein Gespräch mit
meiner Tante, das mir dahingehend erneut die Augen geöffnet hat. Sie erzählte
mir, dass es unterschiedliche Arten von Glück gibt, nämlich das Glück im Kopf
und das, das aus dem Bauch kommt. Man könnte also sagen, das Kopf-Glück ist
ziemlich oberflächlich, hängt an materiellen Dingen und geht nicht in die
Tiefe. Im schlimmsten Fall suggeriert der Kopf nur, dass man glücklich ist.
Diese Art Glück findet sich in trivialen Befriedigungen, es ist temporär. Wie
schön ist auf der anderen Seite das Gefühl des Glücks, wenn es aus dem tiefsten
Bauch seinen Weg nach oben sucht, wenn es mit
Wärme und Licht den ganzen Körper erstrahlen lässt? Wenn es aus der
Mitte des Körpers in jede Richtung, in jede einzelne Zelle wandern kann. Dieses
Gefühl ist es, das das Leben erst lebenswert macht. Wenn man nicht anders kann,
als zu grinsen und eine tiefe, elektrisierende Zufriedenheit im Körper spürt.
In einem
Buch (Das Aleph, Jorge Luis Borges) bin ich ebenfalls in Sizilien auf einen
Satz gestoßen, der mir die Welt offenbart hat: „den Sonnenuntergang betrachten, ohne ihn zu sehen“. Dieser Satz
teilt das Sehen für mich in „Augen“ und „Herz bzw. Seele“. Wie oft schauen wir
schöne Dinge an, aber sehen sie nicht wirklich? Der Sonnenuntergang ist schön,
keine Frage, doch sehen wir nicht, was dahinter steckt. Was der Aufgang und der
Untergang der Sonne für uns bedeuten, wie lebenswichtig die Sonne für uns ist.
Wir schätzen diese kostbaren Minuten, in denen sie die Auferstehung und die
Vergänglichkeit offenbart, nicht. Verbindet man das Sehen mit dem
Glück-Ursprung, gehören Augen und Kopf, sowie Bauch und Herz zusammen. Damit
landet man bei dem berühmten Satz aus Der
kleine Prinz: „Man sieht nur mit dem Herzen
gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Obwohl ich den
kleinen Prinz gelesen habe und mir dieser Satz durchaus bekannt ist, war die
Erkenntnis an sich doch überwältigend. Für einen Moment hat es sich angefühlt,
als wäre mir das gesamte Universum offenbar, alles hat sich an seinen Platz
gefügt und Sinn ergeben.
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