Montag, 27. April 2015

alone or lonely?

Seit mittlerweile 3 Monaten bin ich jetzt single. Das erste Mal seit über 5 Jahren. So richtig single, ohne eine Nebenoption zu haben, ohne sich jemanden warm zu halten. Es ist neu für mich, ich bin viel mit mir allein, gerade an den Wochenenden. Da stellt sich dann unweigerlich die Frage: bin ich einsam, nur weil ich alleine bin?

Tatsächlich fühle ich mich nicht einsam. Ich bin gerne allein, kann mich gut mit mir selbst beschäftigen. Meine Freundinnen, die teilweise schon lange single sind/waren, belächeln mich da nur. "Warte noch ein halbes Jahr, dann hast du das Allein-Sein auch satt." Das bezweifle ich allerdings, denn ich sehe es folgendermaßen: nur wenn du mit dir allein sein kannst und mit dir selbst im Frieden bist, dann bist du auch bereit für eine neue Beziehung. Ich kann zum Beispiel auch nicht verstehen, warum manche sich zwanghaft in Beziehungen stürzen, nur "um jemanden zu haben".


Ich genieße die Freiheit in vollen Zügen, gehe gerade jedes Wochenende feiern. Doch wenn ich meinen Blick durch die Clubs streifen lasse, sieht der Single-Markt in meiner Stadt doch eher bescheiden aus. Oder bin ich einfach nur zu wählerisch? Ich bin nicht auf der Suche, über die Anmachsprüche kann ich nur lachen. So hat mich doch letzte Woche tatsächlich ein Kerl nach meinem Haarshampoo gefragt und nach der Antwort war das Gespräch beendet. Gestern wurde ich zum "chillen" bei einem anderen eingeladen, seit wann ist das Niveau (nein, nicht die Creme) denn so gesunken?

Aber auch als Mann ist es definitiv nicht einfach. Gestern habe ich mich mit einem Freund unterhalten, der mich über seine Lage mit den Mädels aufgeklärt hat: in Zeiten von sozialen Medien verstecken sich die meisten doch lieber hinter ihren Smartphones, zu Treffen kommt es selten. Wann ist es passiert, dass unverbindliche Kurznachrichten die romantischen Dinge wie Liebesbriefe oder ein gemeinsames Dinner ersetzt haben? Halten wir so wenig vor uns selbst, dass wir die Distanz über Handys nicht überwinden können?


I'm single since almost 3 months now. For the first time since more than 5 years. Really single, without having any options or texting someone. That's kind of new to me, I'm alone a lot, especially on weekends. There's that inevitable question coming up: am I lonely just because I'm alone?

Indeed, I don't feel lonely. I like being on my own, am able to keep occupied. My friends, who are/were single for a longer period of time simply smile at me. "Just wait for 6 months, you'll have enough about being single." I doubt that though, since my point of view is like thus: only when you're able to be alone and in peace with yourself, you're ready for a new relationship. I can't understand why people compulsively rush into relationships only for "having someone".


I enjoy freedom to the fullest, go out partying every weekend. But when I look around in the club, single-market in my city is more than moderate. Or am I just too particular? I'm not looking for someone and laughing about how boys talk to me. Last week, some guy asked about my shampoo, I told him and the conversation was over. Yesterday, another guy invited me to "relax" at his flat, when did the conversation level decline that much?

But even as a man it's not that simple. I was talking to a friend yesterday who explained his situation to me: in times of social media most people hide behind their smartphones, dates are rare. When did it happen that not binding short messages replaced romantic stuff like love letters or having dinner together? Do we think that less of ourselves that we can't overcome our smartphone's distance?

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