Montag, 17. November 2014

Liebe im Jahr 2014

Haben wir heutzutage noch die Chance auf eine wirkliche Liebe? Auf diese Verbindung mit dem Partner die uns die Sicherheit gibt, den Rest des Lebens problemlos miteinander verbringen zu können? Sind wir heute überhaupt noch auf der Suche nach dieser einen Person?

Wenn wir klischeehaft denken, fällt uns auf, dass vor allem Frauen auf der Suche nach einer festen Partnerschaft mit Aussicht auf Heirat und Kindern sind. Sicher, dieser Wunsch ist nicht mehr so im Vordergrund vorhanden, wie er es vielleicht noch bei unseren Eltern war, dennoch verschafft uns dieser Gedanke eine gewisse Sicherheit. Wohingegen Männer doch eher darauf auf sind, sich selbst auszuleben und so viel aus dem Leben mitzunehmen, wie nur möglich. 

Betrachten wir das Beziehungsverhalten eines Teenagers: den Partner lernt man meist in der Schule kennen, man führt 2 Monate lang eine Beziehung und die Welt geht unter, wenn man sich trennt. 2 Wochen später hat man einen neuen Partner, diesmal vielleicht aus der Parallelklasse. Das ist an sich völlig in Ordnung, die Hormone spielen verrückt, man beginnt ja auch erst, das andere Geschlecht zu erkunden. Es stellt kein Problem dar, da man sich nicht so extrem auf den Partner einlässt, es fehlt diese spezielle Bindung, die wahren Gedanken und Gefühle bleiben weiterhin verborgen. Problematisch wird es allerdings, wenn sich Erwachsene von der, nennen wir sie „Freiheit“ der Jugend beeinflussen lässt.

Es wird zur Mode, sich nicht binden zu wollen und schnelle Partnerwechsel vorzuziehen. Das ist nicht verwerflich, wenn es mit dem aktuellen Partner auf zu vielen Ebenen nicht funktioniert, doch das große Problem an der Sache liegt in der Anzahl der Alternativen. Durch die sozialen Medien wie Facebook, WhatsApp und diverse Apps zur Partnersuche vergrößert sich natürlich die Anzahl der möglichen Partner. Das führt dazu, dass sich immer weniger Menschen wirklich binden wollen, in der Angst, dass dort draußen in diesem riesigen Single- (oder auch nicht-Single-) Meer noch jemand auf einen wartet, der besser ist.

Seit wann das Wort besser eine Beziehung oder Partnerschaft definiert, scheint mir ein Rätsel zu sein. Nehmen wir folgendes Beispiel:
Julia (24) und Nils (26) sind seit 2 Monaten ein Paar. Sie hat 639 Facebook-Freunde, er 219. Kennengelernt haben sie sich über eine App, er hat sie gelöscht, wohingegen sie immer noch aktiv ist. Während er froh ist, eine Partnerin gefunden zu haben, die gut zu ihm passt, lernt sie jeden Tag weiterhin Männer kennen, teilt ihre Gedanken mit ihnen, trifft sich mit ihnen. Somit ist sie nicht in der Lage, sich vollkommen auf die Beziehung mit Nils einzulassen, es wird keine Nähe entstehen.

Vermutlich wird es in 10 Jahren das Modell Familie nicht mehr geben, geheiratet wird nur noch selten, die Scheidungsrate wird ins Unendliche steigen. Es wird wesentlich weniger Kinder geben, da diese auch eine Art Bindung darstellen, und die Kinder die es gibt, werden mit ständigem Partnerwechsel der Eltern aufwachsen.


Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir unser Sozialverhalten ganz dringend überdenken sollten. Die sozialen Medien sollten dabei in den Hintergrund gerückt werden, die Konzentration sollte bei einer einzigen Person liegen. Denkt daran, wie schön die Liebe sein kann und wie besonders es ist, sich einer Person ganz zu öffnen und das Leben mit ihr zu teilen!


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